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Markus Engelmann ist der Kopf hinter Shirtspotting. Shirtspotting zählt zu den besten deutschsprachigen T-Shirt Blogs und konnte sich in dem etwas mehr als einjährigen Bestehen eine Fangemeinde aufbauen, unter der auch namhafte Designer der Szene zu finden sind. Fast täglich berichtet er dort über Neuigkeiten aus der Szene.
Mit uns spricht Markus über seinen Werdegang zum T-Shirt Nerd, warum Miss South Carolina ein Paradebeispiel für die Entwicklungen am T-Shirt Markt darstellt und wie sich der Markt seiner Meinunung nach entwickeln wird.
Hallo Markus, stell dich bitte kurz vor. Hallo, ich bin Markus Engelmann, der T-Shirt-Typ. Ich bin Ende zwanzig, wohne in Berlin und tue das gerne. Weiteres zu meiner Person ist eher uninteressant. Seit mehr als einem Jahr schreibst du in deinem Blog "Shirtspotting" fast täglich etwas zum Thema T-Shirts. Was bewegt dich dazu, soviel deiner Freizeit dem Thema T-Shirt Druck zu opfern? Was ist so faszinierend daran? Das Thema T-Shirt Druck ist eher technisch und nicht so spannend, der Design-Aspekt ist das, was mich reizt. Ich hatte das begonnen, weil ich englischsprachige T-Shirt-Blogs wie HideYourArms oder tcritic recht gerne las und ich fand, dass es das in Deutsch auch mal geben sollte. Dass ich allerdings so ein T-Shirt-Nerd werden würde, hätte ich selber nicht geahnt. Je tiefer man in die „Szene“ einsteigt, desto mehr Aspekte der Klamotte tun sich einem auf: T-Shirts sind ein universales Ausdrucksmittel der Popkultur, sie können Kunst sein, Haltung ausdrücken, provozieren oder einen einfach nur zum Lachen bringen. Andere Kleider und Mode generell interessieren mich nicht so sehr, T-Shirts sind wirklich eine eigene Subkultur, in der mit unheimlich viel Kreativität gearbeitet wird. Außerdem schreibe ich einfach gerne. Privat gebloggt habe ich vorher schon, das hat aber niemanden interessiert. Jetzt habe ich Shirtspotting, und seitdem das läuft, bekomme ich schöne Resonanz. Zu schön, um das wieder aufzugeben. Was braucht ein T-Shirt oder ein Projekt, um bei dir im Blog vorgestellt zu werden? Ich würde nicht alles tragen, was ich blogge, aber das meiste. Ich muss ein Shirt oder Label schon vom ersten Eindruck gut finden. Ob jetzt das Design oder die Idee dahinter. Zu den meisten Themen komme ich, weil sich die Labels bei mir nett vorstellen, das erhöht natürlich die Chance auf Beachtung meinerseits. Hat sich der Markt in der Zeit, seit du dich damit intensiv auseinandersetzt, verändert? Ist dir was aufgefallen? Ich finde es erst mal spannend, wie stark sich das Internet auf das T-Shirt auswirkt. Die Print-On-Demand-Anbieter zum Beispiel, die das T-Shirt noch mal individueller gemacht haben. Und auch wie schnell sich Ideen verbreiten. Nur als Beispiel „Miss South Carolina“: Die leistet sich Sonntag Abend einen rhetorischen Totalausfall, bis Dienstag hat die halbe Welt eben jenen auf YouTube gesehen, am Freitag darauf kann man das T-Shirt dazu bestellen. Das ist keine ganz neue Entwicklung, aber auch für mich so ein Reiz am Thema. Zweitens: Die Designcontests schießen wie Pilze aus dem Boden. Ich kannte vorher nur Threadless und La Fraise, dann kam auf einmal Design By Humans und ist sehr schnell sehr groß eingestiegen. Damit aber nicht genug, seitdem ich darüber blogge, kamen immer mehr dazu. Gerade sind große Motivdrucke sehr in, und Typoshirts. Groß gedruckte. Wie wird sich der Markt deiner Ansicht nach entwickeln? Ich sehe so einen Trend zur Spezialisation. Da starten neue Labels und konzentrieren sich auf eine Idee: nur T-Shirts mit Schnurrbartmotiven, nur mit Meerschweinchenmotiven, die How-To-Shirts ... Klar, da denkt man sich zuerst nur „wtf?“, aber so setzt man sich von der Masse ab und hat ein eigenes Profil. Und das ist wichtig. Außerdem werden nachhaltige Lebensweise (Stichwort LOHAS), ökologische Produktion und Fair Trade/ Fair Labor wohl auch immer wichtiger werden. Hoffe ich zumindest. Als Anbieter eines Produktes sollte man sich schon fragen: Was hat die Herstellung diese Produktes für soziale und ökologische Auswirkungen, was kann ich daran ändern etc. Gestaltest und verkaufst du auch selber T-Shirts über einen Shop oder andere Vertriebskanäle? Ich habe durchaus ein paar Ideen, ich habe mir auch schon mal einen Shirtcity-Shop eingerichtet, aber schnell gemerkt, dass ich die Ideen mit meinen beschränkten Zeichen- und Grafikskills nicht so umsetzen kann, wie ich das will. Vielleicht lerne ich ja mal einen Grafiker kennen, der mir dabei hilft. Aber es ist kein ernsthaftes Anliegen. Jeder hat neben stylischen Shirts auch ein paar nicht so schöne Teile. Verrätst du uns, welches dein peinlichstes T-Shirt im Schrank ist? Ich habe mal ein T-Shirt von einer Biermarke geschenkt bekommen, deren Bier ich nicht mal trinken will. Was soll ich damit? Welches sind deine 3 Top T-Shirt Designs, plattformunabhängig? Nur drei? Puh … „Wrong Bros.“ von Mythic Apparel bringt mich immer wieder zum Lachen. Ich liebe es. 
(Quelle: Shirtspotting T-Shirt Blog - http://shirtspotting.files.wordpress.com/2008/05/mythic-01.jpg?w=400&h=479) Mein neues Shirt von YackFou, „My Body“ ist auch toll. Ich mag es, wenn mit dem Körper des Trägers gespielt wird.  (Quelle: YackFou Shop - http://www.yackfou.com/images/stories/artikelbilder/My%20Body/gallery/01_lemon.jpg) Und dann nehm ich noch das Tourshirt von Architecture In Helsinki, gestaltet von Alacazam. Und dann fallen mir noch zig Designs von Threadless, DBH, Scribtee und so weiter ein. So many shirts and only one body ... Abschliessende Worte? Ja: Funshirts müssen sterben. Ansonsten: danke für das Interview, danke fürs Lesen, schaut öfters mal bei Shirtspotting vorbei, ich freu mich über Kommentare und Mails. Vielen Dank für das Interview! Weiterführende Links:Shirtspotting - Der T-Shirt Blog
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